Auf Umwegen zum Traumberuf

Beide haben am 1. August ihre Ausbildung bei der Lebenshilfe Dillenburg angefangen: Tim Gerks als Heilerziehungspfleger, Maren Schmidt als Hauswirtschafterin. Beide kamen aus anderen beruflichen Bereichen – und beide sind sehr froh, diesen Schritt gegangen zu sein. „Der Tim ist ein charmanter Typ“, schwärmt Ruth Hörner. „Wunderbar“, ruft Jens Engel und reckt die Daumen in…

Tim Gerks und Maren Schmidt starten Ausbildung bei Lebenshilfe Dillenburg vor modernem Gebäude.

Beide haben am 1. August ihre Ausbildung bei der Lebenshilfe Dillenburg angefangen: Tim Gerks als Heilerziehungspfleger, Maren Schmidt als Hauswirtschafterin. Beide kamen aus anderen beruflichen Bereichen – und beide sind sehr froh, diesen Schritt gegangen zu sein.

„Der Tim ist ein charmanter Typ“, schwärmt Ruth Hörner. „Wunderbar“, ruft Jens Engel und reckt die Daumen in die Höhe. Momentaufnahme aus dem Alltag von Tim Gerks. Mal anspruchsvoll, mal hektisch, aber immer so, dass er sagt: „Ich gehe an jedem Tag mit einem guten Gefühl von der Arbeit weg.“

Er ist einer von aktuell elf Auszubildenden, die die Lebenshilfe Dillenburg an verschiedenen Standorten zu Heilerziehungspflegern und -pflegerinnen (HeP) ausbildet. Pädagogische, lebenspraktische und pflegerische Unterstützung und Betreuung von Menschen mit Behinderung leistet er im Wohnheim Haiger.
Nur wenige Monate arbeitet er jetzt dort, und doch hat die Zeit mit den Menschen mit Behinderung schon etwas mit ihm gemacht. „Im Freundeskreis werde ich schon darauf angesprochen, dass ich mich so verändert hätte. Ich bin so viel offener geworden, seitdem ich hier arbeite.“

Dass ihn sein Berufsweg in das Wohnheim in Haiger führen würde, war zunächst nicht absehbar. Der heute 22-Jährige absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker. Nachdem er bereits ein Jahr in diesem Beruf gearbeitet hatte, strebte alles in ihm nach einer Veränderung. „Mir hat es Spaß gemacht, an der Maschine zu arbeiten, aber irgendwas fehlte.“ Dieses „Irgendwas“ hat er jetzt gefunden: in den Menschen, die er betreut.

In der Wohnheim-Küche mit Bewohner Jens Engel.

Menschen sind auch Maren Schmidts Antrieb. So hat die 21-Jährige bereits erste Berufserfahrungen im sozialen Bereich: unter anderem durch ein Freiwilliges Soziales Jahr im Krankenhaus. In ihrer Ausbildung zur Hauswirtschafterin, die die Lebenshilfe Dillenburg in diesem Jahr zum ersten Mal anbietet, lernt sie Dinge, die sie auch in ihrem Alltag gut gebrauchen kann, wie sie sagt. Im Wohnheim Haiger und im Wohnheim Simmersbach kümmert sie sich die Reinigung der Einrichtungen, um die Wäsche und die Zubereitung der Mahlzeiten – und das im direkten Kontakt zu den Bewohnerinnen und Bewohnern. Stets mit einem Lachen, einer spontanen Umarmung und viel Herzlichkeit. „Das Umfeld hier tut mir sehr gut“, sagt die Niederdresselndorferin. „Menschen mit Behinderungen zeigen, wie man aus allem das Beste macht, und ihre positive Stimmung färbt auf mich ab.“

„Wir wissen kleine Dinge mehr zu schätzen, seitdem wir hier sind“ – das betonen beide, Gerks und Schmidt. Was ebenfalls beide bestätigen: Ihre Jobs haben durchaus anstrengende und fordernde Seiten. Nähe ist da ein großes Thema. Und: Wo setze ich Grenzen? Im Wohnheim in Haiger werden in einer Intensivgruppe Menschen mit besonders herausforderndem Verhalten betreut. „Da musste ich erst einmal die Fühler ausfahren und mich herantasten, aber das macht mir inzwischen richtig Spaß“, sagt Gerks. „Das ist das Besondere hier im sozialen Bereich: Du hast am Ende kein fertiges Produkt wie in der Industrie. Erfolgserlebnisse in der Arbeit mit Menschen sind ganz andere, und manchmal passieren sie nur in kleinen Schritten. Aber dafür geben sie einem umso mehr.“

Beide können eine Ausbildung bei der Lebenshilfe Dillenburg nur empfehlen. „Hier hat man die Chance, eigene Ideen mit einzubringen und umzusetzen“, so Schmidt. „Wir können uns beruflich weiterentwickeln und haben auch innerhalb der Lebenshilfe die Möglichkeit, ganz andere Bereiche kennenzulernen. Das finde ich wichtig.“ Theorie und Praxis laufen bei den beiden nicht in getrennten Blöcken ab, sondern parallel. „Das ist super, da wir so Gelerntes direkt anwenden können“, sagt Gerks. „Außerdem ist es sehr reizvoll, dass man am Ende der dreijährigen HeP-Ausbildung einen offiziellen Bachelor-Abschluss in der Tasche hat.“

Auch für Maren Schmidt ist der tägliche Kontakt zu Menschen mit Behinderung – hier mit Frank Worms – ein wesentlicher Grund, warum sie sich in ihrer Ausbildung so wohlfühlt.

Neben elf Auszubildenden in der Heilerziehungspflege und einer Auszubildenden in der Hauswirtschaft gibt es bei der Lebenshilfe Dillenburg aktuell drei Erzieher im Anerkennungsjahr, zwei duale Studierende der Sozialen Arbeit von der Internationalen Hochschule Frankfurt und einen Auszubildenden zum Kaufmann im Büromanagement. Darüber hinaus bietet die Lebenshilfe Dillenburg in diesem Jahr auch die praxisintegrierte vergütete Ausbildung (PivA) an – aktuell mit drei Plätzen. Die Auszubildendenplätze erstrecken sich auf die Bereiche Wohnen, Werkstatt, integrative Kindertagesstätte und Verwaltung.

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