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„Mehr Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderung“

Menschen mit Behinderung müssen sichtbarer werden in der Gesellschaft – so der dringliche Appell der Lebenshilfe Dillenburg im Gespräch mit zwei Vertreterinnen der Politik: Ulla Schmidt, Vorsitzende der Lebenshilfe-Bundesvereinigung, und SPD-Bundestagsabgeordnete Dagmar Schmidt haben am Donnerstag dem Verein einen Besuch abgestattet. Wohnbereichsleiterin Tanja Rockensüß erzählte von einer Bewohnerin, 73 Jahre alt. Seit 30 Jahren ist…

Dagmar Schmidt und Ulla Schmidt mit Team vor der Lebenshilfe Dillenburg Geschäftsstelle.

Menschen mit Behinderung müssen sichtbarer werden in der Gesellschaft – so der dringliche Appell der Lebenshilfe Dillenburg im Gespräch mit zwei Vertreterinnen der Politik: Ulla Schmidt, Vorsitzende der Lebenshilfe-Bundesvereinigung, und SPD-Bundestagsabgeordnete Dagmar Schmidt haben am Donnerstag dem Verein einen Besuch abgestattet.

Wohnbereichsleiterin Tanja Rockensüß erzählte von einer Bewohnerin, 73 Jahre alt. Seit 30 Jahren ist das Wohnheim in Manderbach ihre Heimat. „Wir würden sie in eine Riesenkrise stürzen, wenn sie aus diesem Umfeld gerissen würde“, betonte Wohnbereichsleiterin Tanja Rockensüß. Nur ein Beispiel für zahlreiche andere Betreute, bei denen der pflegerische Aufwand im Alter rapide zugenommen hat und die in den besonderen Wohnformen der Lebenshilfe zu Hause sind. „Inzwischen ist es so, dass wir gar nicht genug Zeit für die Umsetzung von Teilhabe haben, weil stattdessen die Pflege im Vordergrund steht“, beklagte Rockensüß.

Ein Dilemma, das rechtlich geschürt wird: durch die gesetzliche Festlegung einer nur geringfügigen Pauschale für Pflegebedürftige, die in vollstationären Einrichtungen leben. „Das stellt uns vor große Herausforderungen“, merkte Lebenshilfe-Vorstand Dr. Oliver Schmitzer an. „Wir stoßen immer wieder an Grenzen. Kostenträger schlagen uns vor, für unsere pflegebedürftigen Bewohnerinnen und Bewohner andere Einrichtungen zu finden, aber es gibt keine anderen geeigneten Einrichtungen, die auf unsere Klientel eingestellt sind. Auch ist es unser Anspruch, lebenslanges Wohnen zu gewährleisten. Das ist es, wofür wir stehen.“

Ein Thema, das erst im vergangenen Jahrzehnt wirklich greifbar geworden sei, wie Ulla Schmidt sagte: „Die Generation der Rentnerinnen und Rentner mit Behinderung, die lange und gut leben, aber im Alter pflegebedürftig sind.“ Die Abschaffung des Paragraphen 43a im Sozialgesetzbuch XI, der diese Pauschale festlegt, stehe weiterhin auf der Tagesordnung, betonte Dagmar Schmidt. Denn es sei wichtig, dass Menschen mit Behinderungen je nach Bedürfnissen dort leben können, wo es ihnen am besten gehe. Unabhängig von Leistungsbeträgen.

Für vielfältige Wohnformen macht sich die Lebenshilfe Dillenburg schon lange stark. So lebt die Hälfte ihrer Bewohnerinnen und Bewohner ambulant betreut in einer eigenen Wohnung oder einer Wohngemeinschaft. Der Preis der Selbstständigkeit sei aber leider auch häufig eine soziale Vereinsamung aufgrund weniger sozialer Kontakte, wie Schmitzer sagte. Umso mehr sei es notwendig, dass Menschen mit Behinderungen selbstverständlicher im Erscheinungsbild der Gesellschaft auftauchen.

Dafür macht sich auch Kulturreferent Sascha Kirchhoff bei der Lebenshilfe Dillenburg stark. Er stellte den Gästen einige seiner Projekte vor, die es Menschen mit Behinderung ermöglichen, „nicht nur als Konsument, sondern als aktiv gestaltender Teil in Erscheinung zu treten“. So hat beispielsweise kürzlich im Dillenburger „Gloria“-Kino ein Kurzfilm der Lebenshilfe Dillenburg Premiere gefeiert, in dem Menschen mit Behinderung die Protagonisten sind.

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