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Arbeiten, wo andere auch arbeiten

„Arbeiten, wo andere auch arbeiten – Barrierefrei zum Ziel“ – unter dem Motto steht das Fotoprojekt, das die Lebenshilfe Dillenburg zum 5. Mai, dem Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, gemeinsam mit dem Profi-Fotografen Marvin Ruppert aus Köln umsetzt. „Menschen mit Behinderung sind ein wichtiger Teil der Gesellschaft, und zum gesellschaftlichen Leben gehört…

Feuerwehrmann in Haiger posiert mit Helm vor Spinden, Fotograf nimmt Einsatzkleidung auf.

„Arbeiten, wo andere auch arbeiten – Barrierefrei zum Ziel“ – unter dem Motto steht das Fotoprojekt, das die Lebenshilfe Dillenburg zum 5. Mai, dem Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, gemeinsam mit dem Profi-Fotografen Marvin Ruppert aus Köln umsetzt.

„Menschen mit Behinderung sind ein wichtiger Teil der Gesellschaft, und zum gesellschaftlichen Leben gehört auch die Arbeitswelt“, erläutert Sascha Kirchhoff, Kulturreferent der Lebenshilfe Dillenburg, den Hintergrund des Projekts. Denn dieses zeigt Menschen mit Behinderung, die in den unterschiedlichsten Bereichen auf dem ersten Arbeitsmarkt beschäftigt sind – über die sogenannte Betriebsintegrierte Beschäftigung (BiB). Dabei behalten Beschäftigte der Dillenburger Werkstätten ihren Status als Werkstatt-Mitarbeiter, welcher ihnen die individuelle Beratung und Unterstützung des BiB-Teams sichert, sind aber komplett in ihrem Arbeitsalltag in die Abläufe des jeweiligen Außenbetriebs eingebunden.

 

Einer der insgesamt 49 BiB-Beschäftigten ist Jan Maiwald. Er hat einen Außenarbeitsplatz bei der Stadt Haiger im Bereich der Stabsstelle Brand-/Zivilschutz, die im Feuerwehrhaus angesiedelt ist. Seit 2019 arbeitet er dort, unterstützt in den feuerwehrtechnischen Werkstätten bei der Reinigung und Pflege von Fahrzeugen, Schläuchen sowie bei der Kontrolle der Schutzkleidung. „Das hier ist mein Traumjob“, sagt der 32-Jährige. Diese Begeisterung zeigt sich auch in den Fotos, mit denen Marvin Ruppert seine Arbeit dokumentiert. Ruppert hat in seinem Beruf häufig namhafte Comedians und Bands vor der Linse. Mit der Lebenshilfe Dillenburg hatte er im vergangenen Jahr bereits schon mal ein Fotoshooting. „Menschen mit Behinderung zu fotografieren macht richtig viel Spaß, weil sie von vornherein bei der Sache sind und Freude daran haben“, betont er.

Die entstandenen Fotos im künstlerischen Look werden in den Sparkassen-Filialen in Dillenburg und Herborn ausgestellt.

Neben der Feuerwehr Haiger sucht Ruppert mit seinem Kollegen Sebastian Bänsch an zwei Tagen insgesamt acht BiB-Außenarbeitsplätze auf. Insgesamt hat die Lebenshilfe Dillenburg mittlerweile 38 heimische Beschäftigungsgeber als BiB-Partner gewinnen können – aus den unterschiedlichsten Bereichen. Dazu zählen Industrie, soziale Einrichtungen, Einzelhandel, Brauerei, Dienstleister und Handwerk. „Oft arbeiten Menschen mit Behinderung separiert“, sagt Lisa Sieber vom Sozialen Dienst der Betriebsintegrierten Beschäftigung. „Aber durch die BiB-Plätze leisten bereits an einigen Stellen in der Region Menschen mit Behinderung einen wichtigen Beitrag zur täglichen Arbeit und zur Verbesserung des Betriebsklimas.“

Acht Fotos des Shootings in einem einheitlichen, künstlerischen Look werden ab dem 5. Mai ausgestellt. „Durch die entstandenen Bilder wollen wir die gute Zusammenarbeit zwischen den Betrieben der Region, der Lebenshilfe und unseren Beschäftigten zeigen“, erklärt Sieber. „Wir hoffen, in Zukunft weitere Beschäftigungsgeberinnen und Beschäftigungsgeber für BiB begeistern zu können. Denn es gehören noch viel mehr Menschen mit Behinderung auf den ersten Arbeitsmarkt.“ Ausstellungsort ist die Sparkasse Dillenburg, die das Projekt ebenso wie die Rittal-Foundation finanziell unterstützt. Rittal-Foundation-Geschäftsführer Rainer Reissner findet das Motto des Projekts sehr unterstützendwert: „Es ist einem oft gar nicht bewusst, wie exklusiv und wenig inklusiv unsere Gesellschaft ist. Gerade von der Leistungsfähigkeit von Menschen mit Behinderung existiert häufig ein falsches Bild, das durch die Fotos nun widerlegt wird.“

INFO-BOX: Die Betriebsintegrierte Beschäftigung ist eine Abteilung der Dillenburger Werkstätten. In den Werkstätten arbeiten mehr als 580 Menschen mit Behinderungen an fünf verschiedenen Standorten: in Dillenburg, Eibelshausen, Oberscheld, Flammersbach und Haiger. Die Werkstätten sind ein gefragter industrieller Dienstleister und bieten ihren Beschäftigten Möglichkeiten zur beruflichen Wiedereingliederung, Bildung und Teilhabe sowie zur Persönlichkeitsentwicklung.

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