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Lebenshilfen fordern Corona-Prämie

„Es gibt keinen Grund, warum Beschäftigte der Eingliederungshilfe erneut keine Corona-Prämie erhalten sollen. Sie wurden von der Politik schon 2020 schlicht vergessen, nun soll sich das wiederholen. Das ist ein Skandal, auf den wir als Lebenshilfen in Gießen, Marburg, Dillenburg, Limburg, Wetzlar-Weilburg und Wetterau jetzt gemeinsam aufmerksam machen.“ Dies haben deren Vorstände und Geschäftsführungen Dirk Oßwald…

Probenröhrchen für Covid-19-Schnelltests in Holzhalter auf Teststationstisch.

„Es gibt keinen Grund, warum Beschäftigte der Eingliederungshilfe erneut keine Corona-Prämie erhalten sollen. Sie wurden von der Politik schon 2020 schlicht vergessen, nun soll sich das wiederholen. Das ist ein Skandal, auf den wir als Lebenshilfen in Gießen, Marburg, Dillenburg, Limburg, Wetzlar-Weilburg und Wetterau jetzt gemeinsam aufmerksam machen.“ Dies haben deren Vorstände und Geschäftsführungen Dirk Oßwald (Gießen), Roland Wagner, Horst Viehl (beide Marburg), Dr. Oliver Schmitzer, Dirk Botzon (beide Dillenburg), Elisabeth Gerheim, Werner Schlenz (beide Limburg), Thomas Bauer (Wetzlar-Weilburg) und Thomas Mächtle (Wetterau) in einer gemeinsamen Presseerklärung erklärt.

Die Sprecher der sechs Lebenshilfen vertreten über 4000 betroffene Mitarbeiter und betreuen über 7000 Menschen mit Behinderung in der Region, viele davon rund um die Uhr. Ihre Kritik richtet sich an die Bundespolitik, die 2022 erneut eine Corona-Prämie als Pflege-Bonus in Höhe von bis zu 3000 Euro erneut nur für Mitarbeitende in Krankenhäusern und Altenpflegeheimen auszahlen will. „Auch 2022 sollen die Beschäftigten der Eingliederungshilfe leer ausgehen“, kritisieren die Lebenshilfen.

Dabei stellt die Corona-Pandemie die Beschäftigten gerade in der Behindertenhilfe vor besonders große Herausforderungen, weil ihre Klienten vielfach die Maßnahmen und Einschränkungen nicht verstehen und entsprechend reagieren. Für Wohnstätten, Werkstätten, Tagesförderstätten und Frühförderstellen galten zudem extreme Einschränkungen mit Betretungsverboten. Auch die Werkstätten der Lebenshilfe Gießen, Marburg, Dillenburg, Limburg und Wetzlar-Weilburg mussten viele Wochen schließen, sodass die Klienten über Monate rund um die Uhr in den Wohnstätten und anderen Wohnformen betreut werden mussten.

„Das Personal dort ist auch jetzt in der vierten Welle weiterhin maximal gefordert. Zusätzlich zur Pandemie ist dieser Bereich extrem durch den Fachkräftemangel betroffen. Viele Stellen sind unbesetzt. Viele Kollegen sind körperlich und psychisch am oder über dem Limit“, mahnen die Geschäftsführer.

Für die Vorstände der mittelhessischen Lebenshilfen besteht kein Zweifel: „Wir wissen, was unser Personal tagtäglich leistet. Die vollstationären Wohnstätten sind in jeder Hinsicht mit Altenpflegeheimen vergleichbar“, machten Oßwald, Wagner, Viehl, Dr. Schmitzer, Botzon, Bauer, Gerheim, Schlenz und Mächtle deutlich.

„Wir appellieren an die neue Bundesregierung und alle unsere neugewählten Bundestagsabgeordneten, dieser Berufsgruppe endlich die Wertschätzung zu geben, die sie verdient. Das muss sich auch finanziell ausdrücken. Auch in der vierten Corona-Welle begleiten alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lebenshilfen die Ihnen anvertrauten Menschen bestmöglich – ungeachtet der eigenen Belastungen.“

Mehr denn je brauche es ein Signal aus der Politik, dass das Personal der Eingliederungshilfe nicht vergessen wird: „Wir fordern von der Politik, dass alle sozial-pflegerischen Berufe gleichberechtigt behandelt und gewürdigt werden. Dazu gehört, dass der für 2022 geplante Pflege-Bonus auch für Beschäftigte in der Eingliederungshilfe gezahlt wird – insbesondere für das besonders belastete Personal in den Wohnstätten“, heißt es abschließend in dem Appell.

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