Gemeinsam laufen, gemeinsam helfen
25 Grad, Sonne und jede Menge Bewegung rund um den Herborner Marktplatz: Beim 4. Charity Walk & Run gingen am Sonntag 115 Läuferinnen und Läufer für den guten Zweck an den Start. Dabei ging es nicht allein um schnelle Zeiten. Die Ahmadiyya Muslim Jugendorganisation, die den Lauf in Herborn organisiert, möchte mit der Veranstaltung Gemeinschaft…

25 Grad, Sonne und jede Menge Bewegung rund um den Herborner Marktplatz: Beim 4. Charity Walk & Run gingen am Sonntag 115 Läuferinnen und Läufer für den guten Zweck an den Start. Dabei ging es nicht allein um schnelle Zeiten. Die Ahmadiyya Muslim Jugendorganisation, die den Lauf in Herborn organisiert, möchte mit der Veranstaltung Gemeinschaft und soziales Engagement miteinander verbinden.
Dass sportlicher Ehrgeiz trotzdem dazugehört, zeigte Janek Waldschmidt eindrucksvoll. Der Sieger über fünf Kilometer hatte bereits bei der vergangenen Auflage 2024 ganz oben auf dem Treppchen gestanden. Diesmal legte er noch einmal nach: Mit 18:08,1 Minuten verbesserte er seine damalige Zeit um fast zwei Minuten.
Mindestens genauso wichtig wie seine eigene Leistung war Waldschmidt allerdings die Botschaft hinter dem Lauf. „In Zeiten wie jetzt ist es ein cooles Zeichen, das ihr als muslimische Jugend setzt. Ihr geht raus, setzt euch für die gute Sache ein und zeigt gemeinsam Flagge. Schön, dass ihr diesen Lauf immer so toll hinbekommt“, lobte er die Organisatoren.
Auch über zehn Kilometer gab es einen Wiederholungssieger – und ein inzwischen fast schon vertrautes Bild: Patrick Brandenburger, Mitarbeiter der Lebenshilfe Dillenburg, bewältigte die Strecke erneut mit Kinderwagen. Seine kleine Tochter war damit auch diesmal wieder mittendrin im Renngeschehen. Nach 41:39,5 Minuten überquerte das Gespann die Ziellinie.
Unter die Läufer mischte sich auch Landrat Carsten Braun. Für ihn zeigte sich der besondere Charakter der Veranstaltung vor allem unterwegs: „Auf der Strecke haben sich alle gegenseitig unterstützt. Das ist es, was diese Veranstaltung für den guten Zweck ausmacht.“
Sechs Monate Vorbereitung für einen Tag
Ganz zufrieden waren die Organisatoren dennoch nicht. 2018 waren bei der ersten Auflage noch rund 230 Menschen mitgelaufen, in diesem Jahr waren es 115. Organisator Shoaib Kabir Ahmed hofft deshalb, dass sich im kommenden Jahr wieder mehr Menschen die Laufschuhe für den guten Zweck schnüren.
Rund sechs Monate war das Organisationsteam mit den Vorbereitungen beschäftigt. Insbesondere die Suche nach Sponsoren gestalte sich immer sehr aufwendig, so Ahmed. Jedoch gibt es auch langjährige Partner wie etwa Edeka Mitsch aus Dillenburg. Der Lebensmittelhändler unterstützt den Charity Walk & Run bereits seit 2018 und stellt kostenlos Wasser und Obst für die Läuferinnen und Läufer zur Verfügung.
„Es geht hier nicht darum, Weltrekorde zu brechen, sondern darum, zu helfen“, brachte Ahmed den Gedanken hinter der Veranstaltung auf den Punkt.
Auch Herborns Bürgermeister und Schirmherr Lukas Winkler stellte klar, dass die Organisatoren weiterhin auf die Stadt zählen können. Er versprach auch für die kommenden Veranstaltungen „Unterstützung mit Herz“.
Spenden helfen Kindern der Lebenshilfe-Kita
Der größte Teil der Spendeneinnahmen bleibt in der Region: 80 Prozent gehen an die Lebenshilfe Dillenburg und kommen dem therapeutischen Reiten der Lebenshilfe-Kita in Burg zugute. Einmal pro Woche nehmen jeweils fünf Kinder an dem Angebot teil. Die Begegnung mit den Pferden unterstützt unter anderem Motorik, Konzentration, Wahrnehmung, Sprache sowie die soziale und emotionale Entwicklung. Finanziert wird das Angebot über Spenden.
„Ich freue mich sehr, dass wir für dieses Projekt wieder eine Spende erhalten“, sagte Lebenshilfe-Vorstand Oliver Schmitzer. „Beim therapeutischen Reiten entsteht eine besondere Beziehung zwischen Kind und Pferd. Das schafft einen Rahmen, in dem sich Kinder auf ganz unterschiedliche Weise entwickeln können.“
Weitere 20 Prozent der Spenden gehen an die internationale Hilfsorganisation Humanity First. Sie leistet weltweit humanitäre Hilfe und war auch in Deutschland bereits nach Waldbränden und Flutkatastrophen im Einsatz.













